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Forststiefel

Forststiefel – Schnittschutz, Wasserdichtigkeit und Geländegrip

Forststiefel sind nach EN ISO 11393 geprüfte Schutzschuhe für den Einsatz mit Kettensäge und Motorsäge — in Österreich für Forstarbeiten mit motorbetriebener Säge gesetzlich vorgeschrieben (AUVA, ASchG + PSA-Verordnung). Das Sortiment auf genxtreme.at umfasst Modelle von Haix und PFANNER®, die unterschiedliche Schnittschutzklassen, Membrantechnologien und Schafthöhen abdecken — von der leichten Trekking-Konstruktion für Garten- und Landschaftsbauer bis zum schweren Hochschaftstiefel für den professionellen Forstwirt.

Was Forststiefel von gewöhnlichen Arbeitsstiefeln trennt

Ein normaler Sicherheitsschuh schützt vor herabfallenden Gegenständen und Durchstichen — aber nicht vor Kettensägenschnitt. Forstarbeiten verlangen drei Schutzeigenschaften gleichzeitig: Schnittschutz durch Kettensägen-Einlagen im Schaftbereich, Grip auf nassen Baumstämmen und durchnässtem Waldboden sowie Knöchelstabilität im Gelände. Kevlar®- und Aramid-Fasern bilden dabei den Schnittschutz: Diese Lagen fangen Kettensägenzähne ab, indem sie sich in den Antriebsmechanismus wickeln und die Kette stoppen — ein passiver, aber normgeprüfter Schutzmechanismus.

Wer ohne geprüfte Schnittschutzausrüstung eine Motorsäge führt, verletzt in Österreich die Vorgaben der AUVA sowie des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) in Verbindung mit der PSA-Verordnung (PSA-V), die Schnittschutzkleidung nach EN ISO 11393 ausdrücklich fordern. In Deutschland regeln die DGUV (Berufsgenossenschaften) und die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) entsprechende Pflichten; in der Schweiz sind Suva und EKAS zuständig, Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Verhütung von Unfällen (VUV). Alle drei Länder setzen damit die EU-PSA-Benutzer-Richtlinie 89/656/EWG in nationales Recht um.

Welche Schnittschutzklasse brauche ich?

Die EN ISO 11393 — sie löst die zurückgezogene EN 381 ab — definiert drei Schnittschutzklassen für Forstschuhe:

  • Level 1 – für gelegentliche Arbeiten mit kleinen Sägen bis etwa 20 m/s Kettengeschwindigkeit
  • Level 2 – Standardklasse für den professionellen Forstalltag, Kettengeschwindigkeit bis ca. 24 m/s
  • Level 3 – für Hochleistungssägen und intensive Kettensägeneinsätze bei hoher Kettengeschwindigkeit

Im Berufsalltag österreichischer Forstwirte ist Level 2 der Regelfall. Level 3 empfiehlt sich, sobald schwere Motorsägen mit hoher Kettengeschwindigkeit regelmäßig zum Einsatz kommen.

Sicherheitsklassen S2 und S3: Was der Unterschied im Gelände bedeutet

Forststiefel tragen zusätzlich eine Sicherheitsklasse nach EN ISO 20345:2022 — dem aktuellen Standard für Sicherheitsschuhe. S2-Modelle bieten Zehenschutz und eine geschlossene Fersenkappe, sind aber nicht zwingend mit Durchtrittsschutz ausgestattet. S3-Modelle ergänzen diese Merkmale um eine durchtrittsichere Einlage aus Stahl oder Verbundmaterial sowie eine profilierte Laufsohle. Überall dort, wo spitze Äste, Nägel oder Geröll Verletzungsgefahr bedeuten, ist S3 die naheliegende Wahl.

Welche Materialien halten im Forsteinsatz durch

Vollleder und Juchtenleder gehören zu den robustesten Obermaterialien für Forststiefel. Juchtenleder — ein besonders strapazierfähiges, fettgares Leder — verarbeitet PFANNER® etwa im Modell Tirol Juchten. Es ist formstabil, wetterbeständig und mit regelmäßiger Pflege auf Jahre haltbar.

CORDURA® ist ein hochfestes Nylongewebe mit hoher Abriebfestigkeit; es kommt in leichteren Mischkonstruktionen zum Einsatz, wo Gewichtsersparnis gefragt ist, ohne auf Stabilität zu verzichten. GORE-TEX® — eine wasserdichte und atmungsaktive Membrantechnologie, die als zwei- oder dreilagiges Laminat verbaut wird — ist die verbreitetste Lösung gegen dauerhaft nassen Waldboden. Die dreilagige Konstruktion (Außenmaterial, Membran, Innenfutter) ist langlebiger und dichter als zweilagige Varianten, aber etwas steifer. Modelle mit GTX-Kennzeichnung bei Haix und PFANNER® verwenden diese Technik.

Vibram®-Sohlen und Gummi-PU-Kombinationen sorgen für Geländeprofilierung und Rutschhemmung auf Schnee, Schlamm und nasser Rinde.

BOA®-Schnürsystem: Sinnvoll im Forstbetrieb?

Das BOA®-Schnellschnürsystem ist ein Drahtseilsystem mit Drehregler statt klassischer Schnürsenkel. Es ermöglicht präzises und schnelles Anpassen des Sitzes, ohne die Handschuhe ausziehen zu müssen — ein messbarer Vorteil bei Kälte oder wenn mehrmals täglich an- und ausgezogen wird. PFANNER® bietet Modelle mit dieser Technologie an. Wichtig zu wissen: Bei einem Defekt ist das BOA®-System nur durch den Hersteller oder eine Fachwerkstatt zu ersetzen, nicht eigenständig.

Forststiefel im Sortiment von genxtreme.at

Haix Forststiefel

Haix Schnittschutzstiefel Protector Ultra 2.0 GTX

Hochschaftmodell mit GORE-TEX®-Membran, ausgelegt für anspruchsvolle Geländearbeit.

Haix Trekker Mountain 2.0 Schnittschutzstiefel

Leichtere Konstruktion mit Trekking-Orientierung — für Forstarbeiten, bei denen auch längere Fußmärsche anfallen.

Haix Forstschuhe Protector Light 2.1

Leichtbaukonzept für Forstwirte und Baumpfleger, die ein geringes Schuhgewicht priorisieren.

Haix Protector Forest 2.1 GTX Mid

Mid-Cut-Variante mit GORE-TEX®-Membran — zwischen klassischem Knöchelschuh und Hochschaftstiefel.

Haix Schnittschutzstiefel Protector Pro 2.0

Professionelle Klasse für den regulären Forstalltag, kombinierbarer Schnittschutz mit robuster Sohle.

Haix Protector Alpin Forststiefel

Alpines Geländemodell für Einsätze im steil-felsigen Terrain.

PFANNER® Forststiefel

PFANNER® Schnittschutzschuhe Säntis

Modell mit Fokus auf Stabilität und Schnittschutz für professionelle Anwender.

PFANNER® Schnittschutzschuhe Pilatus

Kompaktes Modell mit solider Schnittschutzausrüstung, in mehreren Varianten erhältlich.

PFANNER® BOA® Schnittschutzschuhe

Forstschuh mit BOA®-Schnellschnürsystem für schnellen, präzisen Sitz — in mehreren Varianten verfügbar.

PFANNER® Zermatt GTX Forstschuhe

GORE-TEX®-Membran kombiniert mit Forstschutzausrüstung, in mehreren Varianten erhältlich.

PFANNER® Matterhorn Schnittschutzschuhe

Hochwertiges Modell aus dem oberen Sortimentsbereich von PFANNER®.

PFANNER® Tirol Juchten Forstschuhe

Vollledermodell aus besonders strapazierfähigem Juchtenleder — für lange Haltbarkeit und formstabilen Sitz.

Schnittschutzklassen und Sicherheitsmerkmale im Überblick

MerkmalS2S3
ZehenschutzkappeJaJa
Energieabsorption FersenbereichJaJa
Durchtrittsichere EinlageNeinJa (Stahl oder Verbund)
Profilierte LaufsohleNein (Grundprofil)Ja
Typischer EinsatzEbeneres Gelände, wenig NagelgefahrGelände mit Ästen, Nägeln, Geröll
Schnittschutzklasse (EN ISO 11393)KettengeschwindigkeitTypischer Einsatz
Level 1bis ca. 20 m/sGelegentliche Arbeiten, kleine Sägen
Level 2bis ca. 24 m/sProfessioneller Forstalltag
Level 3über 24 m/sHochleistungssägen, intensive Dauereinsätze

Größen

Das Sortiment auf genxtreme.at reicht von EU 39 bis EU 48, bei einzelnen Modellen mit Zwischengrößen wie 41,5, 42,5, 43,5, 44,5 und 46,5. Wer zwischen zwei Größen liegt, sollte beim Forststiefel tendenziell eine halbe Größe größer wählen, da Schnittschutzeinlagen und Membranfutter den Innenraum etwas enger machen als bei einem Standard-Arbeitsschuh.


FAQ

Was sind Forststiefel und worin unterscheiden sie sich von normalen Sicherheitsschuhen?

Forststiefel sind nach EN ISO 11393 geprüfte Schutzschuhe, die speziell für den Einsatz mit Kettensäge und Motorsäge entwickelt wurden. Sie enthalten Schnittschutzeinlagen aus Kevlar®- oder Aramidfasern im Schaft, die bei Kontakt mit der Kette sofort in den Antriebsmechanismus greifen und die Säge stoppen. Normale Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345:2022 schützen vor Aufprall und Durchstichen, bieten aber keinen Kettensägenschutz. Für Forstarbeiten mit motorbetriebener Säge sind Forststiefel in Österreich nach ASchG und PSA-V gesetzlich vorgeschrieben.

Welche Schnittschutzklasse ist für den professionellen Forstalltag vorgeschrieben?

Forststiefel nach EN ISO 11393 sind in drei Schnittschutzklassen erhältlich. Level 1 deckt Kettengeschwindigkeiten bis ca. 20 m/s ab und reicht für gelegentliche Arbeiten. Level 2 ist mit ca. 24 m/s Kettengeschwindigkeit die Standardklasse für den regulären professionellen Einsatz und damit im österreichischen Forstalltag der Regelfall. Level 3 gilt für Hochleistungssägen mit besonders hoher Kettengeschwindigkeit. Die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers bestimmt, welche Klasse erforderlich ist.

Was bedeutet GORE-TEX® bei Forststiefeln, und lohnt sich die Membran?

GORE-TEX® ist eine wasserdichte und atmungsaktive Membrantechnologie, die als zwei- oder dreilagiges Laminat im Schuh verbaut wird. Das dreilagige Aufbau — Außenmaterial, Membran, Innenfutter — ist langlebiger und dichter als zweilagige Varianten, sitzt aber etwas steifer am Fuß. Forststiefel mit GTX-Kennzeichnung, wie sie Haix und PFANNER® anbieten, halten Füße auch auf dauerhaft nassem Waldboden trocken. Für den ganzjährigen Außeneinsatz in mitteleuropäischen Wäldern ist eine Membran laut Herstellerangabe empfehlenswert.

Welche Unterschiede bestehen zwischen S2 und S3 bei Forststiefeln?

Forststiefel tragen neben der Schnittschutzklasse eine Sicherheitsklasse nach EN ISO 20345:2022. S2-Modelle bieten Zehenschutz, geschlossene Fersenkappe und Wasserdichtigkeit im Zehenbereich, jedoch keine durchtrittsichere Einlage. S3-Modelle ergänzen diese Merkmale um eine Einlage aus Stahl oder Verbundmaterial gegen Durchstiche sowie eine profilierte Laufsohle. Überall, wo spitze Äste, Nägel, Splitter oder Geröll im Einsatzbereich vorkommen, bietet S3 den weitergehenden Schutz. Die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers ist ausschlaggebend.

Sind Forststiefel in Deutschland und der Schweiz genauso vorgeschrieben wie in Österreich?

Die Produktnorm EN ISO 11393 gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichermaßen. Auf der Vorschriftenebene unterscheiden sich die zuständigen Träger: In Österreich sind AUVA, ASchG und PSA-V maßgeblich. In Deutschland regeln DGUV (Berufsgenossenschaften) und PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) die Pflichten des Arbeitgebers. In der Schweiz sind Suva und EKAS zuständig, die Rechtsgrundlage bildet die Verordnung über die Verhütung von Unfällen (VUV). Alle drei Länder setzen die EU-PSA-Benutzer-Richtlinie 89/656/EWG um — der konkrete Umfang der Pflichten ergibt sich jeweils aus der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung.

Wie pflege ich Forststiefel aus Vollleder oder Juchtenleder richtig?

Forststiefel aus Vollleder oder Juchtenleder — wie dem PFANNER® Tirol Juchten — bleiben mit regelmäßiger Lederpflege formstabil und wetterbeständig. Nach jedem Einsatz Schmutz und Feuchtigkeit entfernen, den Schuh bei Raumtemperatur trocknen lassen (kein Direktkontakt mit Heizungsquellen) und anschließend mit einem geeigneten Lederfett oder -balsam einpflegen. Nässeschutzmittel können die Atmungsaktivität einer vorhandenen GORE-TEX®-Membran beeinträchtigen — hier die Pflegehinweise des Herstellers beachten. Regelmäßige Pflege verlängert die Haltbarkeit nachweislich.

Welche Vor- und Nachteile hat das BOA®-Schnürsystem bei Forststiefeln?

Das BOA®-Schnürsystem ersetzt klassische Schnürsenkel durch ein Drahtseilsystem mit Drehregler. Es ermöglicht schnelles und präzises Anziehen auch mit Handschuhen — ein Vorteil bei Kälte oder häufigem An- und Ausziehen. PFANNER® bietet Forstschuhe mit dieser Technologie an. Der wesentliche Nachteil: Bei einem Defekt des Reglers oder des Drahts ist das System nicht eigenständig reparierbar; es muss durch den Hersteller oder eine zertifizierte Fachwerkstatt ersetzt werden. Wer auf einfache Eigenreparatur angewiesen ist, sollte klassische Schnürung vorziehen.


Verfasst von Jeremy Nánási, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (Auszubildender) — Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2026